Allgemein, Selbstgenäht

Ein selbstgemachtes Püppchen für Klara

Down-Syndrom

Bild von Klara, geboren mit Down-Syndrom
Klara – geboren mit Down-Syndrom

Es wäre nicht Klara, wenn sie mit ihren großen Augen nicht jedem von uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern würde. Grund genug, sie zu fördern so gut es geht, mit einem Spielzeug, speziell für Kinder mit Down-Syndrom – eine selbstgemachte Puppe. Aber es gibt so viel zu beachten: Herstellung, Material, Füllungen. Werden wir das schaffen?

Klara ist nicht krank, sie ist nur langsamer.

Die erschütternde Nachricht Down-Syndrom wirft erst einmal alle Planungen frischgebackener Eltern über den Haufen. Das heißt Sorge um das Kind – ein Leben lang. Auch für die kleine Klara ist es noch ein weiter Weg zum Ziel. Sie ist eine eigenständige Persönlichkeit mit ganz individuellem Charakter, eigenen Stärken und Schwächen. Sie ist geboren mit Down Syndrom.
Sie ist alles, außer gewöhnlich!

Bei Kindern mit Down-Syndrom fehlt die Kraft in den Muskeln, sie bewegen sich weniger gerne und haben daher weniger Möglichkeiten, ihre Umwelt zu begreifen. Die Kinder müssen so früh wie möglich zu Aktivitäten ermutigt werden. Nur eins von vielen Beispielen: Das eigenständige Essen mit dem Löffel und später mit Messer und Gabel muss geschult werden. Das Ganze muss spielerisch sein, denn sonst verweigern die Kinder ihre Mitarbeit. Das ist bei Kindern mit Down-Syndrom genauso wie bei allen anderen Kindern auch.

Ein selbstgemachtes Spielzeug aus Naturmaterialien

Die Idee ist gut, die Ausführung wirft allerdings schnell Fragen auf, die man noch weit vor der Produktion klären muss. Auf was muss man achten? Welche Materialien sollen wir einsetzen? Wie groß soll die Puppe werden, damit die verschiedenen Füllungen überhaupt Sinn machen. Kann man die Puppe waschen? Viele Fragen, die gar nicht so leicht zu beantworten sind.

Nach langer Recherche sind wir zu dem Ergebnis gekommen, die Puppe soll aus weichen bunten Baumwollstoffen sein. Robust und mit verschiedenen Materialien gefüllt, damit Fein- und Grobmotorik des Kindes gleichermaßen gefördert werden. Zur Probe fertigen wir Stoffsäckchen mit verschiedenen Füllungen wie Füllwatte aus Baumwolle, Dinkelspelz, Kirschkernen und Rapssamen.

Püppchen, sitzend, selbstgenäht, in den Farben balu und beige
Ein selbstgemachte Püppchen für Klara

Die Füllung macht’s!

Mit diesen unterschiedlichen Füllungen soll Klara zum Greifen, Fühlen und Spielen animiert werden:
– für den Kopf benötigen wir weiche Füllwatte aus Baumwolle
– der Rumpf soll mit Rapssamen gefüllt werden
– die Arme wollen wir ebenfalls mit Füllwatte ausstopfen
– die Beine mit Dinkelspelz und
– die Füße mit Kirschkernen füllen.

Bewusst haben wir Rapssamen für den Rumpf gewählt. Durch sein Eigengewicht wird die Puppe  sitzen können und kann auch noch als Wärme- oder Kältekissen verwendet werden. Rapssamen sind somit ein optimaler Füllstoff. Aufgrund des hohen Ölanteils im Korn hat Raps eine sehr gute Wärme- bzw. Kälteaufnahme. Er verfügt dadurch über die am längsten anhaltende Wärmespeicherzeit unter allen Körnerarten, die zur Verwendung eines Wärmekissens dienen! Zudem ist er durch die feinkörnige Struktur sehr weich und anschmiegsam und damit auch sehr effektiv bei Kindern mit Down-Syndrom.

Weitere Informationen findet ihr hier:

Wissenswertes über Down-Syndrom
http://www.down-syndrom.org/

Leben mit Downsyndrom
https://www.youtube.com/watch?v=oAg87sJCasY

Sie ist ein Geschenk – Tamara das Modell mit Down Syndrom
https://www.youtube.com/watch?v=prBQ7nwsSRg

Welt-Down-Syndrom-Tag

Seit 2006 findet jedes Jahr am 21.3. der Welt-Down-Syndrom-Tag statt. Das Datum basiert auf dem 21.3. –> Das 21. Chromosom ist bei Menschen mit Down-Syndrom nicht wie üblich 2-fach, sondern 3-fach vorhanden https://worlddownsyndromeday.org/

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